Torfgewinnung-5

Die Moorlandschaft zum Zeitpunkt der Besiedlung sah etwa so aus.
Verbuschte Flächen mit großen Lichtungen.
Das Gelände stand einen großen Teil des Jahres (außer Juni bis August) unter Wasser.

Keschern-Torfgewinnung

Es wurde deshalb bei uns gekeschert (gefischt). Das Gerät wiegt ca. 25 Kg und hat einen bis zu 7m langen Stiel.

Moorsee-Torfgewinnung

Beim Abtorfen entsteht ein Teich (See). So sind alle unsere Teiche entstanden ( ca. 20 ha).
Eine Entwässerung lohnt sich heute für unser kleines Moor (zum Trockenbau) nicht.

Torfform-Torfgewinnung

Der Torfbrei wird mit Schaufeln in die Torfform gegeben und fest eingepresst, damit ein möglichst gleichmäßiger brikettartiger Soden entsteht.

Die Torfgewinnung in Krempermoor

Torfgewinnung-damals
Torfgewinnung-1

Der Inhalt des Netzes fasst 20 - 30 l Torfschlamm. Beim Aushub aus dem Wasser kommt man auf 50 - 60 Kg je Hub.

Torfbrei-Torfgewinnung

Mit Holzschubkarren wurde der Torfschlamm zum Trockenplatz (gemähte Wiese) gebracht.
In Holztrögen wurde die Masse durchgetreten, um einen gleichmäßigen kurzfaserigen Brei zu bekommen.

Form-entleeren-Torfgewinnun

Die gefüllte Form wird unter ständigem leichtem Rütteln sofort nach der Befüllung nach oben abgehoben.
Die Form kann daher sofort wieder neu befüllt werden.

Sodenstapel-Torfgewinnung

Nach 1 - 2 Wochen werden die vorgetrockneten Soden kreuzweise auf Lücke in Haufen zu 6 Soden gesetzt.
Durch den Kamineffekt und den geringen Bodenkontakt wird die Trocknung beschleunigt.

>>>Info

Mehrere Forminhalte werden zu Reihen auf der Wiese zum Abtrocknen gelagert. Je nach Witterung können die Sodenrohlinge nach 3-8 Tagen auf die Kante gelegt werden, um so besser durchzutrocknen.
Dieser Vorgang wird 2 - 3 mal durchgeführt.

Ringeln-Torfgewinnung

Nach 2 - 3 Wochen werden die Soden zu Ringeln a 30 - 80 Stück gestapelt. So ist die beregnete Fläche kleiner und der Kamineffekt größer.

Torfgewinnung-früher

Nach 8 - 12 Wochen ab Backen des Torfes konnten die Soden vom Moor nach Hause gebracht werden. Der Transport erfolgte mit Schubkarren und Handwagen von den Wiesen zum unbefestigten Weg. Von dort, wer es besaß. mit einem Pferdefuhrwerk zum Hof. Ansonsten wurde der ganze Weg mit Handwagen zurückgelegt.

Ein Haushalt brauchte ca. 10.000 - 12.000 Soden pro Heizsaison. Es wurden zum Erwerb oder Tausch anderer Waren bis zu
40 - 50.000 Soden/Familie produziert.

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